Didaktik - Basis für erfolgreiches Studieren
Der bekannte amerikanische Didaktiker J.S. Bruner hat 1960 folgende Prinzipien aufgestellt, die bei der Struktur dieses Studiengangs sowohl global als auch bezogen auf den jeweiligen Modul berücksichtigt wurden [Brun60]:
- Prinzip der Fortsetzbarkeit: Die Auswahl eines Themas sollte später einen
Ausbau auf einem höheren Niveau ermöglichen.
- Prinzip der Präfiguration (Intuition vor Exaktheit): Der genauen Behandlung
eines Themas sollte eine Phase intuitiven Lernens/Lehrens vorangehen.
- Prinzip des vorwegnehmenden Lernens: Ein Thema sollte nicht erst dann
behandelt werden, wenn es mit wissenschaftlich notwendiger Genauigkeit
thematisierbar ist.
Das Charakteristikum dieses Studiengangs wird durch folgende drei Bereiche betont:
- Web- und Medien-Informatik,
- Softwaretechnik,
- IT-Systeme.
Um den Studierenden eine Möglichkeit zur individuellen Vertiefung zu bieten, sind im 5. und 6. Semester insgesamt 3 Module vorgesehen, in denen der Studierende aus einem Wahlkatalog wählen kann.
Die 1 zeigt den didaktischen Aufbau des Studiengangs entsprechend den oben angegebenen Prinzipien. Im Kern werden die Kernkompetenzen »Grundlagen der Informatik und Programmierung« vermittelt. Um diesen Kern herum liegt die »Softwaretechnik«, die diese Kernkompetenzen auf vollständige Softwaresysteme erweitert. Daran schließt sich die inhaltliche Erweiterung auf die Spezifika von »Web-Anwendungen« an. Diese wiederum sind eingebettet in »IT-Systeme«. »BWL« und »außerfachliche Grundlagen« runden die Kompetenzen ab. »Formale Grundlagen« bilden die Basis für alles, die »Vertiefungen« erlauben individuelle Kompetenzerweiterungen.
Für den Studiengang wird die e-learning-Plattform W3L der W3L GmbH eingesetzt. Diese e-learning-Plattform wurde so entwickelt, dass das Lernen am Computer optimal unterstützt wird.
Verschiedene Untersuchungen (z.B. Batelle) haben gezeigt, dass die Lerneffizienz dann am höchsten ist, wenn der Lernende selbst aktiv etwas tut. Höchstes Ziel bei der Konzeption der W3L-e-learning-Plattform war es daher, die Aktivität des Lernenden am Computer zu unterstützen. Ebenfalls wurde dieses Ziel bei dem Didaktikkonzept für die Entwicklung von Online-Kursen in den Mittelpunkt gestellt.
Die W3L-e-learning-Plattform realisiert folgende 10 (goldene) Regeln:
Regel 1
- Der Lernende muss verschiedene Lernstile wählen und zwischen ihnen beliebig wechseln können:
- W3L unterstützt vier Lernstile, zwischen den beliebig gewechselt werden kann:
- Erklärungsorientiert: Der Lernstoff wird erklärt und mit Bildern, Ton und Animationen veranschaulicht.
- Fallstudienorientiert: Der Lernstoff wird anhand einer Fallstudie vermittelt.
- Enzyklopädisch orientiert: Der Lernstoff ist wie in einer Enzyklopädie zum Nachschlagen dargestellt.
- Testorientiert: Der Lernstoff wird in Form von Mehrfachauswahltests vermittelt. Im Übungsmodus können bis zu zwei Hinweisstufen abgerufen werden. Außerdem gibt es für jede Lösungsalternative eine Begründung. Im Klausurmodus muss der Test ohne Hilfestellung gegen die »tickende« Uhr gelöst werden.
Regel 2
- Der Lernende kann die Reihenfolge der Wissensbausteine selbst wählen:
- Er kann sie sequenziell durcharbeiten: Empfohlen für Einsteiger in dieses Wissensgebiet.
- Er kann sie in beliebiger Reihenfolge durcharbeiten: Empfohlen für Lernende, die bereits Vorwissen haben und entdeckendes Lernen bevorzugen.
Regel 3
- Der Lernende muss individuell und kooperativ lernen können:
- In W3L ist jeder Lernende innerhalb seiner Kursgruppe automatisch in einem Chat, mit jedem Lernenden seiner Kursgruppe kann er Instant Messaging betreiben und Informationen über ein Forum austauschen.
Regel 4
- Der Lernende wird durch menschliche Mentoren/Tutoren betreut:
- In W3L wird jeder Lernende durch eine persönlichen Mentor in seinem Kurs betreut. Bei Kursen mit Tutorunterstützung korrigiert ein menschlicher Tutor die Aufgaben des Lernenden und beantwortet fachliche Fragen.
Regel 5
- Der Lernende muss aktiviert und aktiv gehalten werden:
- W3L unterstützt durch eingebaute Funktionalitäten die Interaktivität:
- Glossarbegriffe: Anklicken eines Glossarbegriffs öffnet eine Infobox.
- Links (intern und extern): Anklicken des Links führt zum Wechsel auf die Linkseite (im Hauptfenster oder in einem neuen Fenster). Befindet sich die Maus über einem Link, dann wird im Tooltip die Linkbeschreibung angezeigt.
- Literatur: Befindet sich die Maus über einem Literaturhinweis, dann wird im Tooltip der Titel der Literaturstelle angezeigt.
- Medien: Klickt der Lernende mit der Maus auf ein Medium, dann werden in einem Info-Fenster Beschreibungen zum Medium angezeigt.
- Aufforderung zu Übungen durch den Autor
- Bedienung von Animationen, Audios, Videos
Regel 6
- Der Lernstoff muss multimedial gestaltet sein - angepasst an den Inhalt:
- In W3L können als Medien Bilder, Grafiken, Animationen (Shockwave, Flash), Audioclips, Videoclips, Audio und Bilder kombiniert und JavaApplets verwendet werden.
Regel 7
- Der Lernstoff muss vielfach - intern und extern - verlinkt sein:
- In W3L können beliebig viele interne und externe Links eingefügt werden.
Regel 8
- Der Lernende muss jederzeit seinen Wissensstand überprüfen können:
- In W3L kann der Lernende jederzeit zu jedem Wissensbaustein Tests und/oder Aufgaben machen.
Regel 9
- Der Lernende muss alle 20 bis 30 Minuten ein Erfolgserlebnis haben:
- In W3L besteht ein Wissensbaustein in der Regel aus 1 bis 3 Webseiten. Der Autor soll jeden Baustein so konzipieren, dass ein abgeschlossenes Thema behandelt wird, das mit einem Erfolgserlebnis für den Lernenden abschließt.
Regel 10
- Der Lernstoff muss aktuell sein:
- In W3L kann jeder Autor seinen Wissensbaustein selbst erstellen und auch aktualisieren. Alle Änderungen sind sofort für alle Lernende wirksam.
Benutzt ein Lernender eine herkömmliche e-learning-Plattform, dann ist oft seine erste Frage »Wie kann ich den Lernstoff ausdrucken?« Warum ist das so? Das Lesen auf dem Bildschirm ist anstrengender als auf Papier. Untersuchungen haben ergeben, dass die Lesegeschwindigkeit am Bildschirm um 25 bis 30 Prozent geringer ist als auf Papier. Die Gründe hierfür sind, dass die Auflösung auf dem PC-Bildschirm mit 96 dpi (dots per inch) relativ schlecht ist. Beim Buchdruck arbeitet man mit 1200 dpi und mehr. Außerdem blickt der Leser beim Monitor direkt in eine Lichtquelle, während er beim Buch auf reflektiertes Licht sieht.
Die Konsequenz daraus ist: der Lernende sollte zu jedem Online-Kurs ein Lehrbuch erhalten, in dem er sich durch Lesen Wissen aneignen kann - im Zug, im Bus, im Bett, am Strand. E-learning sollte er benutzen für Animationen, Simulationen, Video- und Audioclips, für Tests und Aufgaben, für Chat und Instant Messaging (kooperatives Lernen).
Lehrbücher
Aus diesen Gründen gibt es zu jedem Online-Kurs im Studiengang »Web- und Medieninformatik« ein Buch, das im Studienpreis enthalten ist.
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Eine ausführliche Beschreibung der W3L-Didaktik findet sich in den Veröffentlichungen [BBZ04a] und [BBZ04b]. Kriterien für die Evaluation von E-Learning-Kursen sind in [Balz05] beschrieben. Alle Artikel können Sie ansehen und heruntergeladen:
Durch die E-Learning-Plattform W3L wird eine einheitliche Darstellung und Didaktik über alle Module hinweg sichergestellt, die das Lernen wesentlich erleichtert.
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